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Wie
beendet man diesen Teufelskreis?
Hier sollte jeder seinen eigenen Weg finden. Sehr effektiv und hilfreich
ist die Arbeit mit dem eigenen „Inneren Kind“; dazu gibt es
viele Fachbücher mit praktischen Anwendungen. Sehr empfehlenswert
ist das Buch „Aussöhnung mit dem Inneren Kind“ von Erika
J. Chopich & Margaret Paul in Verbindung mit dem
entsprechenden Arbeitsbuch.
In diesem Buch werden unter anderem das falsche und das wahre Selbst ausführlich
erläutert. Es besteht die Möglichkeit, dass sich der innere Erwachsene
mit seinem inneren Kind aussöhnt, damit alte „Wunden“ und
innere Verletzungen aufarbeitet und geheilt werden kann. Er kann sich bewusst
werden, wann, wo und wodurch er entsprechende Glaubenssätze und Glaubens-muster
verinnerlicht haben und wie er diese korrigieren kann.
Ein Beispiel:
Annahme des falschen Selbst:
„Nur wenn ich alles perfekt mache, bin ich liebenswert, bekomme ich Anerkennung,
Lob und Bestätigung.“
Annahme des wahren Selbst:
„Ich werde geliebt für das, was ich bin, unabhängig davon, wie ich
etwas mache.“
Sie können auch die Hilfe eines Psychologen oder eines geschulten
Lebensberaters in Anspruch nehmen, da man häufig eine Art „Eigenblindheit“ hat
und eine neutrale bzw. objektive Selbsteinschätzung meist schwer fällt.
Ebenfalls hilfreich kann eine homöopathische oder bachblütentherapeutische
Behandlung sein, welche die Auflösung entsprechender Glaubenssätze
und Verhaltensmuster auf anderer Ebene mit unterstützen kann. Informationen über
entsprechende Verfahren und Therapeuten finden Sie im Internet, ein sehr
großes und bundesweites Portal ist z.B. www.therapeuten.de.
Liebevolle Verhaltensweisen uns selbst
gegenüber (das „wahre“ Selbst)
Es ist nur natürlich, wenn ihr falsches Selbst gegen den einen oder
anderen Punkt Widerstand spürt. Hier sollten Sie aufmerksam sein,
denn besonders dort, wo Sie Widerstand empfinden, sind sie genau richtig.
Schauen Sie sich diesen Punkt ganz besonders an und versuchen Sie so ehrlich
wie nur möglich mit sich selbst zu sein, denn so geben Sie sich selbst
am ehesten die Möglichkeiten, zu lernen und sich weiterzuentwickeln.
Nehmen Sie diese Punkte als Orientierung und prüfen Sie für
sich, welche Dinge Sie bereits umsetzen und bei welchen noch Handlungs-
oder Verbesserungsbedarf bestehen könnte.
Positive Lebenssicht (Vertrauen in das Leben)
Alles, was passiert, geschieht zu unserem Besten, auch wenn uns das manchmal
gar nicht so vorkommt. Versuchen Sie zu lernen, auch zunächst unerfreulich
oder negativ scheinende Ereignisse anzunehmen und darauf zu vertrauen,
dass sie ihren Sinn haben. Diesen können Sie vielleicht in dem jeweiligen
Augenblick noch nicht erkennen, aber später.
Das Leben ist eine Art Schule, jedes Ereignis dient dazu, zu reifen und
zu lernen. Wenn man z.B. die Kündigung des Arbeitsplatzes erhält,
kann einem dies eventuell dazu verhelfen, eine viel bessere Arbeitsstelle
anzutreten oder es kommt dadurch zu einer anderen Veränderung im
Leben, die letztendlich positiv ist. Bleiben Sie im Vertrauen, statt in
negativem Denken, Zweifeln oder Wut zu verweilen. Lernen Sie, das Positive
im Negativen zu finden. Auch ein Auszug aus einer alten chinesische Geschichte
verdeutlicht, um was es dabei geht.
Der Sohn eines alten Bauers fiel vom Pferd und brach sich das Bein. Die
Dorfbewohner bemitleideten den Bauer und sagten: „Ach du Ärmster,
so ein Pech, dass dein einziger Sohn verletzt wurde und nicht mehr arbeiten
kann." Der Alte schüttelte seinen Kopf und antwortete: „Sagt
das nicht, man weiß nie, was in diesem Leben Pech und was Glück
bedeutet.“ Bald brach Krieg aus und alle jungen Männer mussten
an die Front. Einzig der Sohn des alten Mannes durfte zuhause bleiben,
weil er noch nicht gut genug laufen konnte.
Verzeihen
Im Sinne der Eigenliebe ist es wichtig zu lernen, uns selbst und anderen
zu verzeihen. Manchmal bewerten wir unsere eigenen Fehler und Schwächen
härter als die der anderen. So sind wir aber nicht in der Lage, uns
selbst zu verzeihen und es entstehen Schuldgefühle und/oder Selbstvorwürfe.
Im umgekehrten Fall bewerten wir andere eher hart ohne zu bemerken, dass
jeder Mensch Fehler und Schwächen hat. Oft haben wir sogar die selben
Fehler oder Schwächen, die wir unserem Gegenüber vorwerfen oder
nicht verzeihen können.
Hier sprechen wir jedoch mit jedem Urteil gegen den anderen ein Urteil
gegen uns selbst aus. Damit sind wir weit weg von Selbstliebe und Selbstannahme.
Bevor wir also auf andere schimpfen, sollten wir lernen, uns zunächst
an die eigene Nasenspitze zu greifen. Grundsätzlich stören uns
nur Dinge an anderen, die in irgendeiner Weise mit uns selbst zu tun haben.
Hier wirkt das Spiegelgesetz (s. Abschnitt Eigenverantwortung/Kritisieren).
Lernen Sie, sich in den anderen selbst wieder zu erkennen und verzeihen
Sie anderen und damit auch sich selbst großherzig. Probleme mit
Verzeihen und die damit zusammenhängenden Verhaltens- und Glaubensmuster
können u.a. eine Ursache für Bluthochdruck sein.
Eigenverantwortung
Versuchen Sie, stets die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.
Nicht andere entscheiden, ob Sie wütend oder verletzt sind, das entscheiden
Sie selbst. Sie haben immer eine Wahl, egal wie sich Ihr gegenüber
verhält. Das bedeutet nicht, dass man sich alles gefallen lassen
soll oder jedes Verhalten akzeptieren muss. Grenzen können Sie auch
ruhig und respektvoll setzen, ohne sich selbst oder dem Gegenüber
innerlich Gewalt oder Härte anzutun.
Falls Sie die Kritik oder das Verhalten eines anderen Menschen verletzt,
ist dies immer ein Hinweis darauf, dass Sie die Kritik tief in Ihrem Inneren
für richtig halten. In solch einem Fall wurde ihnen von außen
einer ihrer falschen Glaubenssätze bestätigt bzw. dieser wurde
durch das Verhalten einer Person aktiviert. Sie können im Grunde
dankbar für solche Vorfälle sein, weil Sie so erfahren, wie
Sie über sich denken. In dem Augenblick, in dem Sie diese falschen Überzeugungen
korrigiert bzw. ausreichend aufgearbeitet haben, werden Sie Ereignisse
im Außen „neutral“ bewerten und nicht mehr gegen sich
selbst gerichtet. Es kann Sie folglich nur jemand verletzen, wenn Sie
selbst bereit sind, sich zu verletzen und solange Sie noch falsche Glaubensmuster
verinnerlicht haben.
Ein
weiterer wichtiger Aspekt bei der Eigen-verantwortung ist das Kritisieren
oder Abwerten anderer Menschen. Zu-nächst sollten Sie Kritik und/oder
Ratschläge ge-nerell nur erteilen, wenn das Gegenüber darum
bittet, denn alles andere ist ein Einmischen in Angelegenheiten, die
Sie im
Grunde nichts angehen. Man sollte immer erst vor der eigenen Haustüre
keh-ren, bevor man bei anderen aufräumen möchte. Hier kommt
das Spiegelgesetz zum Tra-gen. Menschen, die uns aufregen, die wir kritisieren
oder ähn-liches,
spiegeln uns immer eigene Aspekte. Entweder werden Ihnen genau die selben
Schwächen gespiegelt oder aber die gegenteiligen. Zum Beispiel könnte
sich ein eher wortkarger, schüchterner Typ über einen Menschen
aufregen, der sich ständig in den Vordergrund drängen will.
Dies ist lediglich ein Hinweis für den schüchternen Menschen,
dass er unzufrieden mit sich ist und sich gleichzeitig selbst verurteilt,
weil er nicht aus sich herauskommt. Es wird ihm im Grunde genau die gegenteilige
Schwäche gespiegelt. Dies könnte er auflösen, wenn er Eigenverantwortung
für seine Schwäche übernimmt und an sich arbeitet. Er könnte
z.B. üben, auf andere Menschen zuzugehen, Ängste und Unsicherheiten
zu überwinden. Generell sollte man weder sich selbst noch andere
verurteilen, sondern aus Situationen lernen und ergründen, was sie
mit einem selbst zu tun haben könnten. Mit jeder Abwertung eines
anderen Menschen geht also auch eine Abwertung der eigenen Person einher,
selbst wenn es sich um die gegenteilige Schwäche handelt.
Wir alle haben „Schatten“, diese wollen erkannt, gesehen
und zunächst angenommen und integriert werden, da wir nicht „ganz“ und „heil“ sein
können, wenn wir diese Anteile von uns wegschieben oder auf andere übertragen.
Der nächste Schritt ist die „Heilung“, dabei sollen die
Schatten/Schwächen in dem Maß bearbeitet und positiv aufgelöst
werden, in dem Sie sich selbst oder auch andere (z.B. Eifersucht), mit
dieser Schwäche unwohl fühlen. Es geht dabei weder um Perfektion,
noch um Fehlerfreiheit, sondern darum, mit sich selbst und anderen glücklich
und zufrieden zu leben.
Grenzen setzen
Finden sie heraus, wann und wo Sie sich gegebenenfalls für andere
aufopfern. Es ist wichtig, sich selbst an die erste Stelle zu setzen und
auch zu lernen, nein zu sagen, wenn es sich nach einem „Nein“ anfühlt.
Selbstverständlich sollen und dürfen wir anderen helfen, wenn
uns wirklich danach ist. Man sollte andere jedoch nicht therapieren, retten
oder analysieren. Natürlich kann man die eigene Meinung äußern,
ohne diese jedoch dem anderen aufdrängen zu wollen. Ratschläge
hingegen, was und wie jemand etwas tun sollte, wenn auch gut gemeint,
haben etwas Kontrollierendes und sind zudem ein Hinweis, dass Sie sich
Verantwortung aufladen, die gar nicht Ihre ist. Ihr Gegenüber sollte
eigene Entscheidungen treffen. Oft hilft es, einfach zuzuhören oder
Fragen zu stellen, damit der andere für sich mehr Klarheit bei einer
anstehenden Entscheidung finden kann. Ebenso sind falsches Pflichtgefühl
oder Mitleid fehl am Platz. Sie dürfen mit-fühlen, aber mit-leiden
sollten Sie nicht und Sie sollten sich in erster Linie sich selbst verpflichtet
fühlen und nicht gegenüber anderen Menschen. Jeder ist für
sich selbst verantwortlich. Wenn Sie etwas nicht aus einem guten Gefühl
und aus der Freiwilligkeit heraus für jemanden tun, sollten Sie es
lieber unterlassen und den Mut finden „nein“ zu sagen, dazu
stehen und sich möglichst liebevoll abgrenzen. Dies gilt auch, wenn
uns andere Menschen respektlos behandeln. Grenzen Sie sich auch hier liebevoll
und dennoch klar und deutlich ab. „Liebevoll“ bedeutet, Ihr
Gegenüber möglichst nicht abzuwerten oder zu verurteilen, sondern
bei sich selbst und Ihren eigenen Gefühlen zu bleiben und zu äußern,
was Sie möchten und was nicht. Oft verwechseln wir Härte mit
Stärke. Druck erzeugt meist nur Gegendruck, versuchen Sie sich also
sanft und trotzdem bestimmt abzugrenzen. Damit kommen Sie schneller und
eher ans Ziel als mit Härte, Gewalt oder Verurteilung.
Innere
Stimme, inneres Kind, Herzentscheidungen und Selbstvertrauen
Die „innere Stimme“ ist bei den meisten Menschen leider sehr „leise“ geworden,
weil die Glaubenssätze des falschen Selbst dominieren. Wenn Sie ihre
Vergangenheit und die dazugehörigen falschen Glaubensmuster aufarbeiten,
bekommen Sie automatisch auch wieder mehr Zugang zu ihrer Intuition („Bauchgefühl“)
und ihren „eigentlichen“ Wünschen. Die Arbeit mit dem
inneren Kind in uns bringt uns wieder Lebensfreude und Enthusiasmus zurück.
Lernen Sie, den Impulsen des inneren Kindes zu vertrauen und auch Ihrer
Intuition, welche mit ihrem Herzen verbunden ist.
Dankbarkeit, Wertschätzung, Respekt
Wir sollten andere Menschen, Tiere und Dinge stets mit Respekt behandeln
und so, wie wir uns selbst wünschen, behandelt zu werden. Unser Umgang
mit uns selbst und anderen sollte möglichst wertschätzend und
annehmend sein. Schnell vergisst man im Alltag, Dinge wertzuschätzen
z.B. das Dach über dem Kopf, das Essen, welches uns zur Verfügung
steht, den Partner, Freunde u.s.w.. Rufen sie sich diese Dinge ab und
an wieder einmal in Erinnerung, seien sie dankbar dafür, sie sind
keine Selbstverständlichkeit. Gehen uns Dankbarkeit, Respekt und
Wertschätzung verloren, wird uns dies auf irgendeiner Art und Weise
auch im Außen wieder gespiegelt werden („Gesetz der Anziehung“ s.
Bücherliste).
Lernen und Weiterentwicklung
Andere Menschen spiegeln uns also selbst und dadurch erhalten wir die
Möglichkeit, unsere „Schatten“ zu sehen, aufzulösen
und umzuwandeln. Versuchen Sie, Ihre Schwächen nicht zu verurteilen
oder sich deswegen abzuwerten, sondern erkennen Sie die Eigenschaften
zunächst einfach an und arbeiten sie daran, Sie aufzulösen.
Damit übernehmen Sie die Verantwortung dafür. Eine Voraussetzung
hierfür ist bedingungslose Ehrlichkeit mit sich selbst und das Eingeständnis,
dass Sie gewisse Schwächen haben und auch die Bereitschaft, sich
mit ihnen auseinander zu setzen. Schuldgefühle sind ein Hinweis darauf,
dass Sie sich einen Fehler oder eine Schwäche nicht vergeben können
und vielleicht arbeiten sie zunächst an diesem Punkt. Typische Schwächen
sind beispielsweise Bequemlichkeit, Mutlosigkeit, Sturheit/Uneinsichtigkeit,
Unehrlichkeit, Nachlässigkeit, Ungeduld, nicht Vergeben können
oder übermäßiges Kritisieren, Rechthaberei, Verurteilen,
Zeitverschwendung, negative Lebenssicht, Undankbarkeit etc.. Schieben
bzw. übertragen Sie die Schuld für ihre Unzufriedenheit und
Schwächen möglichst nicht auf andere und beginnen Sie, an sich
selbst zu arbeiten und sich zu verändern. Damit können Sie ein
selbstbestimmtes und selbstverantwortliches Leben führen. Wir sind
hier, um zu lernen und dazu gehören nun einmal auch Fehler/Schwächen
und manchmal auch schwierige Lebenserfahrungen.
Krankheiten und körperliche Symptome
Hinter Schmerz, Leid und Verletzungen stehen immer eigene Verurteilungen
und falsche Glaubensmuster. Körperliche Krankheiten und Symptome
haben ebenfalls ihre eigene „Sprache“. Auch hier können
Sie sehr viel über sich selbst erfahren. Die Schwere der Erkrankung
spielt dabei keine Rolle, denn nichts kommt „zufällig“ zu
uns. Beschäftigen Sie sich mit ihrem Körper. In einer sehr einfachen
Methode, „focusing“ genannt (s. Bücherliste), kann auch
der Laie lernen, mit seinem Körper und seinen Gefühlen in Kontakt
und Kommunikation zu treten. Sie können aufschlussreiche und wertvolle
Antworten erhalten. Ist die Seele frei von falschen Glaubensmustern, bleibt
der Körper in der Regel gesund. Beginnen Sie also mit Eigenengagement,
mit Ihrer eigenen Intuition, der „focusing“- Methode und mit
zusätzlich entsprechender Literatur (s.u.) zu erforschen, was Ihnen
Ihr Körper und auch Ihre Seele sagen möchten. Hier geht es ebenso
wie bei unseren Schwächen darum, die Krankheit oder das Symptom zunächst
anzunehmen, denn jegliche Abwehr verschlimmert den Zustand nur. Natürlich
dürfen und sollen Sie die klassische Schulmedizin weiterhin in Anspruch
nehmen und diese durch die zusätzlich gewonnenen Informationen ergänzen. |